Heinrich-Sohnrey

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SOHNREY, Heinrich, Volksschriftsteller, Publizist und Sozialreformer, bes. für den ländlichen Bereich, * 19.6. 1859 in Jühnde bei Münden, + 26.1. 1948 in Neuhaus/Solling, beerdigt in Jühnde, St.-Martins-Kirchhof. - Als uneheliches Kind in kleinbäuerlicher Umgebung (»Lindenhütte«) aufgewachsen, prägte ihn seine Mutter Rosine Luise S. (1827-1908, »Friedesinchen«); sein Vater war Frh. Oskar Grote.

So beginnt die Abhandlung im Biogr.- Bibliographischen Kirchenlexikon unter www.bautz.de/bbkl.

Viel persönlicher wird eine Ausarbeitung über „das Leben und Wirken Heinrich Sohnreys“, wenn man die Jahresarbeit einer 15-jährigen Schülerin aus dem Jahre 1966 zur Grundlage macht, die aus ihrer Sicht mit den Augen unserer Gegend die Persönlichkeit „Heinrich Sohnrey“ beleuchtet. Diese Jahresarbeit von I.-M. Pape befindet sich im Schularchiv der KGS Moringen.


Text und Bilder wurden 2008 neu zusammengestellt und überarbeitet von
Wilfried Hartje, Realschulrektor an der KGS Moringen.


Heinrich Sohnreys Leben

In dem südwestlich von Göttingen gelegenen Dorf Jühnde wurde Heinrich Sohnrey am 19. Juni 1859, einem Sonntag, geboren.
Seine Jugend verlebte der schwächliche Knabe in diesem Dorf. Trotz der ärmlichen Verhältnisse in der Familie, die in der Lindenhütte wohnte, der harten Arbeit und den vielen Entbehrungen, wuchs er zu einem fröhlichen Jungen heran. Dieses zeigte sich besonders, wenn er vom Felde kam und manchmal eine schwer beladene Kiepe heimtrug. Er mischte sich anschließend sofort unter die Dorfkinder und spiele mit ihnen.
Seine Aufgaben bestanden darin, die Ochsen, Kühe und Schafe zu hüten, die Pferde an den Dorfteich zu führen und den Kleewagen ins Feld zu fahren. Wenn einmal der Dorfhirte erkrankte, zog er mit dessem Sohn nur zu gerne durch die stillen Dorfstraßen, um das Vieh auf die Weide zu treiben.
Ein besonders „glanzvoller“ Tag war für ihn, als er kurz vor der Einsegnung im Auftrage eines Vollmeiers zwei große angeschirrte Ochsen nach Scheden bringen durfte.

Hütte und Schloß

Sohnreys Geburtshaus in Jühnde

Das Schloß zu Jühnde

Obwohl Heinrich ein aufgeweckter und scheinbar sehr intelligenter Knabe war, leuchteten seine Zensuren in der Schule überhaupt nicht. Dieses lag aber hauptsächlich an den traurigen Schulverhältnissen des Ortes. Wenn zum Beispiel Stunden herankamen, die er überhaupt nicht mochte, wie das Rechnen, nahm er seine Schulsachen und ging nach Hause. So lernte er nur wenig. Seine Bibelkenntnisse dagegen waren hervorragend. Sein frühes Interesse für Erzählungen zeigte sich hier.
Am Tage des Schulanfangs 1873, nach den Osterferien, hatten sich die konfirmierten Kinder in der Schule zur feierlichen Entlassung eingefunden. Unter ihnen befand sich auch Heinrich Sohnrey. Es war damals mit der schönste Tag für ihn. Er glaubte, der Schule für immer entronnen zu sein, aber er hatte sich geirrt.
Pastor Gieseke, der im Winter 1872/73 das Pfarramt in Jühnde übernommen hatte, fielen nämlich die „außergewöhnlichen Bibelkenntnisse“ des Jungen auf. Außerdem stellte er fest, daß er „Verstand hatte und lernbegierig war.“

Sohnreys Geburtsort

Nun fragte sich der Pastor, was aus Heinrich wohl gemacht werden könnte. Es wurde ihm eindeutig klar: „Heinrich muß Lehrer werden!“
Nach der Konfirmation, um Pfingsten 1873, brachte er den Knaben auf die damals viel gerühmte Präparandenanstalt des Kantors Rabe zu Ahlden an der Aller. Sohnrey konnte zu der Zeit noch nicht einmal den Endbuchstaben seines Namens schreiben. („Bei meinem sechzigsten Geburtstage habe ich einmal von meiner Dummheit erzählt. Ich hatte nämlich als frisch gebackener 13 ¾-jähriger Präparand in meinem ersten kümmerlichen Briefe an den Pastor meiner Dorfheimat meinen Namen am Ende mit i geschrieben. Worauf der ehrwürdige Herr mich belehrte: 'Du schreibst ja deinen Namen mit i, nach dem Kirchenbuche muß er aber mit y geschrieben werden.' Da ich nun ein y in der Schule nicht kennengelernt hatte, so sah ich den Buchstaben, zumal in der geistlichen Gelehrtenschrift, für ein g an und machte aus der zweiten Silbe meines Namens ein reig. Bis ich auf erneute Vorstellungen dahinterkam, daß ein y ein besonderer Buchstabe ist.“) *)


*) Heinrich Sohnrey: „Zwischen Dorn und Korn“, Deutsche Landbuchhandlung

Sohnrey hatte zu diesem Beruf wenig oder gar keine Neigung. Er wollte, wenn er schon für etwas Höheres ausersehen war, am liebsten Förster werden, damit er immer im Walde leben konnte.
Ohne Schwierigkeiten gelangte er allerdings nicht auf die andere Schule. Die schwierigste Frage galt dem Geld.
Einige hundert Mark, die zur Ausbildung zur Verfügung standen, reichten aber nicht aus, da der Bildungsgang hätte vor der Zeit unterbrochen werden müssen. Pastor Gieseke bat den wohlhabenden Schäfer von Jühnde zur „leihweisen Hergabe des Geldes.“
Von 1873 bis 1876 war er in Ahlden Präparand. Er wohnte bei der Bäckermeisterswitwe Runge. Sie verwöhnte ihn immer mit Süßigkeiten und Gebäck, so daß es Heinrich bei ihr und vor allem in der Lüneburger heide immer besser gefiel. Furchtbares Heimweh quälte ihn aber trotzdem. Seine Mutter wollte schon auf rat einer Nachbarin ihre Ziege verkaufen und den Erlös ihrem Sohne senden, damit er zurückkommen konnte. Pastor Gieseke ließ aber nicht locker, so daß Heinrich dort bleiben mußte.
Inzwischen hatte er sich mit dem Schuster Oberdiek angefreundet, der ganz in der Nähe der Bäckerei wohnte. Den größten Teil seiner Freizeit verbrachte Heinrich bei diesem gutmütigen Manne. Er führte aufschlußreiche Gespräche mit ihm und las sehr viele Bücher, die sein Heimweh stillten und wobei er zugleich eine Befriedigung fand.
Der Präparand war deshalb noch lange kein Musterschüler. Dieses zeigte sich an folgendem Beispiel:
Anfang jeden Monats bekam er einen Taler ausgehändigt, mit dem er so lange wie möglich wirtschaften sollte. In einem Tagebuch mußte er jede, auch noch so simple Ausgabe, notieren.
In Ahlden war aber eine Braunbierbrauerei. Desöfteren nahm der Präparand mit einigen Freunden einen Krug des süßen Bieres zu sich. Da er aber nicht in sein Tagebuch schreiben konnte: „1 Krug Bier = 1 Groschen“, notierte er dafür: „Für 1 Groschen Schuhwichse.“ Dem Vorsteher, der das Führungsbuch regelmäßig kontrollierte, fiel niemals etwas auf.
1876, als Siebzehnjähriger, kam er auf das Seminar in Hannover. Mitte Oktober dieses Jahres fanden sich dort über dreißig junge Leute zwischen 17 und 20 Jahren ein, um sich nach bestandener Aufnahmeprüfung für drei Jahre für den Beruf als Volksschullehrer ausbilden zu lassen. Heinrich Sohnrey fiel unter ihnen besonders auf, weil er noch „chöttingerte (Wie bekannt, kann man einen Göttinger daran erkennen, daß er statt eines „g“ immer „ch“ spricht).
Die Seminaristen der 3. Klasse, also der untersten Schicht, wohnten im Internat am Hundemarkt.
„Drei Jahre besuchte ich die Anstalt, drei lange Jahre, die längsten meines Lebens, von den dreieinhalb Präparandenjahren abgesehen.“ *)


*) Heinrich Sohnrey: "Zwischen Dorn und Korn“, Deutsche Landbuchhandlung

Das Internat in der Großen Ägidienstaße nannten die Seminaristen den „Alten Kasten“. Eine strenge klösterliche Zucht herrschte in diesem „mürrischen Gebäude“, das vom „Ersten Seminarlehrer“ („Oberlehrer“), der den Direktor vertrat, geleitet wurde. Dieser Oberlehrer, zugleich sein Deutsch- und Klassenlehrer, war beim größten Teil der Schüler sehr unbeliebt, besonders bei Heinrich Sohnrey, der ihn schon deshalb nicht leiden konnte, weil er seine nie vorbereiteten Vorträge, die er hielt, mit anhäufenden „Alsos“ füllte, während die Schüler die Stunden damit zubrachten, ständig von ihm wiederholte „Redeblüten“ zu zählen. Einen großen Wert legte dieser „Erste Seminarlehrer“ auf die Betonung der Endsilben. Heinrich war aber kein sonderliches Talent für die Endsilben. Der gestrenge Herr geriet darüber immer in Zorn. Einmal schrie er ihn an: „Sie sollen sich noch krümmen, wie ein Wurm im Staube!“ Er tat es aber nicht.
Auch seinen anderen Lehrern konnte er sein Vertrauen nicht schenken, weil sie keinen Zugang zu ihm fanden, bzw. er keinen Zugang zu ihnen fand. Ein Vorfall während dieser Seminarzeit verletzte Sohnrey besonders: Kurz vor Beginn der ersten Sommerferien stellte der Klassenlehrer seinen Schülern als Aufsatzthema eine Schilderung aus der Dorfheimat. Eines Tages besuchte der junge Seminarist mit seiner Mutter die Kreisstadt Hann. Münden. Er war so beeindruckt von dieser Stadt, daß er einen 80-seitigen Aufsatz schrieb. Gespannt, wie der Oberlehrer die Arbeit beurteilen würde, wartete er auf die Rückgabe. „Der Oberlehrer machte bei der Rückgabe der Aufsätze ein häßlich wohlwollendes Gesicht und zollte meinem Aufsatz ein großes, natürlich ironisches Lob, las auch die überschwänglichsten Stellen mit ordentlichem Pathos vor und überlieferte mich damit dem Gaudium meiner Klasse.“ *)


*) Heinrich Sohnrey: "Zwischen Dorn und Korn“, Deutsche Landbuchhandlung


Während seines 18. Lebensjahres passierte es eines Nachts einmal in der Wohnung seiner Mutter, die seinetwegen nach Hannover gezogen war, daß er aus dem Bett sprang und rief: „Mutter, ich muß eine Geschichte schreiben!“ Die ganze Nacht hindurch arbeitete er an seinem Werk. Am anderen Morgen war eine vollständige Dorfgeschichte mit dem Titel „Eine schmerzliche Erinnerung“ entstanden. Diese Erzählung schickte er an das „Hannoversche Tageblatt“. Als Antwort erhielt er: „H. S. Eine schmerzliche Erinnerung findet gelegentlich Aufnahme.“ Als er persönlich in der Redaktion erschien und nach langem Warten endlich Klarheit haben wollte, erhielt er seine Geschichte wieder zurück, denn dem Unterhaltungsredakteur paßte diese Ungeduld nicht. Der Enttäuschte resignierte aber nicht, sondern widmete sich nun den Gedichten. Er stellte einen ganzen Band von Erzählungen und Gedichten her. Für dieses Buch suchte er einen Verleger. Der Schriftsteller fand auch eine Verlagsdruckerei, die geneigt war, das junge Werk zu drucken und zu verlegen, wenn er bereit wäre, einen Kostenbeitrag vonn 300 Mark zu zahlen. Die Freundin seiner Mutter, der er sein Leid klagte, lieh ihm die entsprechende Summe. Man konnte mit dem Druck beginnen.
Allmählich rückte die Zeit der Abgangsprüfungen näher, auf die sich die Prüflinge schon monatelang verzubereiten pflegten. Heinrich dagegen widmete sich in seiner ihm zur Verfügung stehenden Zeit seinem Büchlein.
Im September 1879 bestand Sohnrey die Seminar-Abgangsprüfung. Seinem Prüfungsaufsatz, dessen Thema aus der Literatur gegriffen war, zollte der Direktor großes Lob. Nun kam die Frage auf Sohnrey zu, wo er seinen künftigen Beruf ausüben sollte, Er stellte sich diesen Ort so vor: „Ein weit entferntes, in Berg und Tal und tiefe Waldungen gebettetes, möglichst auch an einem Fluß gelegenes mittelgroßes Ackerdorf, in dem ich die Hauptperson wäre, die durch keine andere in den Schatten gestellt werden könnte. Ich wollte wie Cäsar lieber in einem Dreckneste der erste, als in Rom der zweite sein.“
Das hessische Dorf Wahnhausen entsprach ganz seinen Wünschen. Der Seminarist schrieb an die Gemeinde. Wenige Tage später erhielt er eine Antwort, in der ihm mitgeteilt wurde, daß man über den Brief erfreut gewesen sei, und daß man ihn am nächsten Sonntag erwarte. Er solle den Morgengottesdienst halten. Mit einem Freund folgte er dieser Einladung.
Die Kirche in Wahnhausen war an diesem Morgen bis auf den letzten Platz besetzt. Nachdem Sohnrey die Predigt gehalten hatte, schaute er zu der Orgel hinüber. Dort erblickte er an den Orgelpfeifen einen Kranz mit der Inschrift: „Ihrem treuen Lehrer Heinrich Sohnrey, die dankbare Gemeinde.“
Über diese voreilige Ehrung war er äußerst überrascht. Nach dem Gottesdienst erfuhr er ganz zufällig, daß der vor kurze, verstorbene und überaus beliebte Lehrer ebenfalls Heinrich Sohnrey hieß.
Die Gemeinde fand den zukünftigen Lehrer sehr sympatisch. Beim Abschied mußte er ihnen versprechen, im Herbst als ausgelernter Lehrer zu ihnen zurückzukommen. Es sollte jedoch ganz anders verlaufen, als er das geplant hatte. Nach bestandenem Examen ging er zu dem Schulrat Leverkühn und trug ihm seinen Wunsch vor. Dieser erklärte ihm jedoch, daß es unmöglich sei, denn die hannoversche Regierung bilde nicht die Lehrer für Hessen aus. Wenn er aber nun absolut darauf bestände, nach Wahnhausen versetzt zu werden, müsse er die Stipendien, die er als Seminarist genossen habe, wieder zurückzahlen. Finanziell konnte sich der Enttäuschte das überhaupt nicht leisten. Der Geheimrat Leverkühn schlug ihm ein Dorf im Wepergebiet vor. Nach langem Überlegen stimmte der junge Lehrer diesem Vorschlag zu.
Im Herbst des Jahres 1879, als 20-Jähriger, kam er nach Nienhagen. Hier erhielt er außer dem täglichen Schulunterricht noch viele andere Aufgaben. So zum Beispiel mußte er in der uralten Steinkapelle die Sonntagskinderlehre und die Montagsbetstunden halten. Ferner wohnte er Kindtaufen und Schlachtefesten bei, selbst bei Hochzeiten und Leichenbegängnissen fehlte der Lehrer, der zugleich auch „Pastor“ war, nicht.

Blick auf Nienhagen

In Nienhagen erhielt Sohnrey seine erste Lehrerstelle

Alte Kapelle in Nienhagen

Moringen, nicht weit entfernt von Nienhagen, wurde von Sohnrey oft besucht.

Folgendes Ereignis führte dazu, daß in Nienhagen, während Sohnrey dort lebte, ein Gesangverein gegründet wurde: Der Abend des 31. Dezembers 1879 war angerückt. Um Mitternacht wurde Heinrich Sohnrey aus seinem tiefen Schlaf geweckt. Vor seinem Schlafzimmerfenster stand eine Gruppe von Männern, die aus voller Brust sangen.
Der Schulmeister lud sie alle ins Schulzimmer ein und ließ Branntwein bringen. Die Sangeslust hob sich langsam, aber sicher immer mehr. Sehr stimmungsvolle Lieder waren zu hören. Heinrich stellte fest, daß die Nienhagener sehr gut singen konnten. Blitzartig kam er auf den Gedanken, einen Gesangverein zu gründen. Die Anwesenden stimmten diesem Vorschlag mit Begeisterung zu. Sechs Jahre lang wurde der Gesangverein von ihm ununterbrochen geleitet.
Hier in dem einsamen Weperdorf entstand seine erste größere Erzählung „Hütte und Schloß“. Das Erzählertalent spiegelte sich in diesem Werk wider. Schon damals, am „Hundemarkt“ in Hannover, sammelte er bei seinen Freunden und Bekannten allerlei Volkssagen, von denen einige in der Zeitung „Hannoversche Geschichten und Sagen“ gedruckt wurden.
In Nienhagen fand Heinrich Sohnrey auch sein privates Glück. Er lernte in dem kleinen Weperdorf seine spätere Frau kennen und lieben. Aus der Ehe mit ihr stammen acht Kinder.
Seine ganze Zeit war zwar durch seinen Beruf voll ausgefüllt, doch befriedigte ihn das Amt des Lehrers nicht mehr. Nach langem Überlegen beschloß er, jetzt bereits 26 Jahre alt, die Universität in Göttingen zu besuchen. Doch woher sollte er das Studiengeld beziehen? Das damalige Lehrergehalt war noch sehr niedrig, so daß er sich nichts sparen konnte. Für sein Erstlingswerk „Hütte und Schloß“ erhielt er nur ein sehr klägliches Honorar. Bei der Versteigerung des Hofes von seinem Freunde Spangenberg, erwarb er annähernd 1500 Mark. Sohnrey bezahlte davon seine übriggebliebenen Schulden und nahm 1885 einen zweijährigen Urlaub, um in Göttingen zu studieren und sich dann um eine Stelle als Schriftsteller zu bemühen.
Während seines Studiums ging er zu Vorlesungen, die philosophische, geschichtliche und sogar botanische Themen behandelten. Damals stand Sohnrey in einem sehr engen Kontakt mit Herrn Professor Goedecke.
1887 bemühte sich der ehemalige Student um einen Redakteursposten. Ein viertel Jahr leitete er das Blatt „Der Invalide“. Dieses Unternehmen scheiterte aus finanziellen Gründen. „Wovon ich in dieser Zeit mit meiner Familie gelebt habe, vermag ich wahrhaftig nicht zu sagen.“ *)


*) Heinrich Sohnrey: „Zwischen Dorn und Korn“, Deutsche Landbuchhandlung

Wohl Mancher hätte an Sohnreys Stelle schon resigniert. Er faßte aber immer wieder neuen Lebensmut, er besaß Unternehmungslust und eine große Ausdauer trotz seiner schriftstellerischen Mißerfolge.
Auf Bitten seiner Mutter und seiner Frau kehrte er nach einem weiteren mißglückten Versuch, eine journalistische Stellung für längere Zeit zu übernehmen, nochmals in das Lehreramt zurück und zwar nach Möllensen (Kreis Gronau). 1886 trat er diese Stellung an. Zwei Jahre hielt Sohnrey es aber nur noch aus. 1888 nahm er endgültig Abschied vom Schulleben und siedelte mit seiner Familie nach Northeim über, wo der Besitzer der „Göttingen-Grubenhagenschen-Zeitung“, zugleich sein väterlicher Freund, wohnte.
Zumal die Familie sehr schnell wuchs, meldete sich in diesen Jahren Schmalhans als Küchenmeister an. Heinrich war aber ein Sonntagskind, und so ließ das Glück nicht mehr lange auf sich warten.

Haus "Dammstraße 10":


Sohnreys Wohnung während seiner
"Northeimer Zeit"

 

Sohnrey hatte sich mit dem Direktor der Zuckerfabrik Hildesheim, Dr. Karl Bittmann, der gebürtig aus Baden stammte, angefreundet. Dr. Bittmann nahm einen regen Anteil an Sohnreys Aufwärtsstreben.
In Freiburg wurde gerade jemand als Hauptschriftleiter an der „Freiburger Zeitung“ gesucht. Dr. Bittmann empfahl Heinrich Sohnrey. Unter achtzig Bewerbern gelang es ihm, sich durchzusetzen den Posten zu bekommen. Im März 1890 zog er mit seiner Familie nach Freiburg. Der neue Redakteur arbeitete sich sehr schnell ein und fand auch rasch Kontakt zu seinen Arbeitskollegen. Heinrich erledigte mit Freude und Begeisterung seine Arbeit bei der Zeitung, doch blieb ihm sehr wenig Zeit für die Schriftstellerei über. Sohnrey beschäftigte sich gerade mit dem Problem der Landflucht. Wie auch schon in seiner früheren Heimat und im Solling, so auch im Schwarwald, galt sein besonderes Interesse der Landbevölkerung.



Heinrich Sohnrei mit Marie Luise, seiner Jüngsten

Heinrich Sohnrey 1909

Um die Zustände auf dem Lande genau kennenzulernen, unternahm er, sooft seine Zeit es erlaubte, kleine Reisen in das herrliche Schwarzwaldgebirge.
In der „Freiburger Zeitung“ erschienen oft Artikel über die Landbevölkerung. Er bezeichnete den „Zug vom Lande“ als den „Zug zum Tode“. Einen seiner zahlreichen Artikel schließt er mit den Worten: „... so wird der soziale Massendrang unserer Zeit in lawinenhaftem Wachsen über die verspätete soziale Reformation hinwegschreiten zur sozialen Revolution – vielleicht noch, ehe das Jahrhundert zu Ende geht.“ *)


*) Professor Dr. Eduard Küch: „Heinrich Sohnrey“, Deutsche Landbuchhandlung, Berlin

Aus diesem Ausschnitt erkennt man, wie sehr er sich für seine sich ihm gestellte Aufgabe einsetzte und mit welcher Schärfe er dafür kämpfte.
1895 erschien eine Schrift unter dem Titel „Der Zug vom Lande und die soziale Revolution“. Am 1. Januar 1893 wurde die Halbmonatszeitschrift „Das Land“ in Berlin gegründet. Von Freiburg aus kümmerte sich Sohnrey um die regelmäßige Herausgabe des Blattes.
Obwohl Heinrich das ländliche Leben immer dem städtischen vorzog, mußte er doch bald erkennen, daß er in Berlin ein „aussichtsreicheres Wirkungsfeld“ seiner Arbeit hatte. Wohl oder übel siedelte er mit seiner Frau und seiner inzwischen zehnköpfigen Familie nach Berlin-Steglitz in die Humboltstraße über. Die Familie, die sich im Breisgau schon richtig heimisch fühlte, nahm nur ungern Abschied.
Sohnrey hatte in den viereinhalb Jahren bei der „Freiburger Zeitung“ einen großen Erfolg erzielt. Die Redaktion befand sich in einem sehr guten Zustand und die Auflage war in dieser Zeit von 2000 auf 11500 angestiegen. Auch nach dem Verlassen des Verlages blieb er in freundschaftlicher Verbindung mit ihm.
Unvergeßlich bleibt für Sohnrey der 24. Juni 1892 in Kissingen. Er war damals als Vertreter seiner Zeitung mit anwesend, um Bismarck, dessen Entlassung tiefe Erregung in der Bevölkerung hervorrief, zu empfangen. Sohnrey war von diesem großen Politiker so begeistert, daß er schrieb: „Einen großen Mann erlebt zu haben, ist eine Gnade Gottes.“
Obwohl sich der Schriftsteller einigermaßen in das Großstadtleben einfügte, litt er doch unter dieser neuen Umgebung. In seinem in Berlin geschriebenen Gedicht „Stoßseufzer“ kommt es zum Ausdruck, wie groß seine Sehnsucht zum Dorf, zu seiner Heimat und zum ländlichen Leben ist:

Stoßseufzer

1
O gib ein kleines Gütlein mir,
nur zwischen Heid und Föhre,
weit von der Stadt, weit, weit von ihr,
O hör es, Gott, o höre.
2
Das Dach nach alter Art von Stroh,
zwei Pferdeköpfe am Giebel,
ein Sprüchlein dran, es rede froh:
Mein Volkstum – meine Bibel!
3
Von grünen Bäumen rings umrauscht,.....
ums Haus her grauen Acker,
die Feder mit dem Pflug vertauscht,
wie wollt ich pflügen wacker!
4
Und um das Haus ein Bienenchor
mit wonnesamem Summen,
und um den Acker Heid' und Moor -
nie mehr, Gott, wollt ich brummen!

5
Und Weib und Kind und Huhn und Hund
und Gänse, Enten, Schafe,
und Säulein, einige hundert Pfund -
ich jauchzte noch im Schlafe.
6
Und wenn der liebe Sonntag käm
und fern die Glocken klingen,
vom Schrank ich das Gesangbuch nähm -
O Gott, wie wollt ich singen.
7
O gib ein kleines Gütlein mir,
nur zwischen Heid' und Föhre -
weit von der Stadt, weit, weit von hier, --
hör, lieber Gott, o höre!

Überall, wo Heinrich Sohnrey hinkam, spendete er, die von Natur aus so heitere und harmonische Persönlichkeit, seinen Mitmenschen und auch sich selber Trost. Allen Dingen versuchte er nur die besten Seiten abzugewinnen. Das galt auch für Berlin, wo er genau ein halbes Jahrhundert (1894 – 1944) verbrachte.
Nicht weit vom Wohnhaus des Schriftstellers in Steglitz lag sein Schrebergarten. So weit ihm seine Arbeit Zeit ließ, weilte er dort mit seiner Familie.
1908 traf ihn ein sehr schwerer Schicksalsschlag. Seine Mutter, die er von Jühnde nach Berlin mitnahm, verstarb. Ihr widmete er das Gedicht „Die goldene Kette“.

Mutter, nun schlummerst du schon
Der Jahre vier unter dem grünen Rasen.
Und die goldene Kette
Schleift hinter mir,
Deren Enden wir hielten,
als ich noch auf deinem Schoße saß:
Als das Holz wir trugen
Auf unserem Rücken
Aus fernem Waldesgrunde
Bergauf und bergab;
Als das Dorn wir schnitten
Mit der kleinen Sichel
Auf langen, glutenden Ackern; -
Als du mit mir zogest
In die fremde Welt
Der schimmernden Hoffnungen
Und goldenen Fülle.
Im Schloßenschauer
Fielen Blüten und Zweige;
Als ich dir, o Mutter,
Die Augen zudrückte
Zum letzten Schlummer
Fern den Wäldern und den Wiesen
Der dörflichen Heimat
In nebelgrauer Ferne
Zerrinnt deine graue Gestalt
O Mutter -
Und keiner durchmißt mehr
Den Abstand, den unendlichen,
Zwischen deiner erstarrten Hand
Und dem menschlichen Ende
Der goldenen Kette.
Das Ende aber,
Das ich noch halte,
Wie bald, ach,
Ist es auch mier entglitten!
Und nie mehr, teuerste Mutter,
Halten wir wieder
Die goldene Kette in unseren Händen.
(1912)

Heinrich Sohnreys hauptsächliches Augenmerk richtete sich nun ganz und gar auf die Wohlfahrtsarbeit und das Problem „Der Zug vom Lande“. In seiner Jugendzeit erlebte er noch die Überbevölkerung des Dorfes mit. Was war nun aus der Landbevölkerung geworden? Immer mehr fanden den Weg in die Stadt. Warum? - Diese Frage hat sich Sohnrey sehr oft gestellt und kam zu folgendem Ergebnis:

  1. Durch die Verkopplung (Seperation) entstanden für die besitzlosen Leute (d. h. landlosen) erhebliche Nachteile, sie verloren zwar nicht ihre Arbeit im Dorf, sondern diese Tagelöhner büßten insbesondere ihre Weide- und Waldrechte ein. Vielfach verloren sie auch ihre Gärten und ihr Gemeindepachtland. Da sie aber auf diese Rechte und das Pachtland angewiesen waren (denn von ihrem niedrigen Lohn alleine konnten sie ihre Familien nicht ernähren), gingen sie in die Stadt. Wo sollten sie denn sonst hingehen?
  2. Ein anderer Grund für die Landflucht war die Verwahrlosung und Vernichtung des Brauchtums. Die Sitten und Bräuche wurden nicht mehr beachtet oder gar gewaltsam beendet. Ein gutes Beispiel für diesen zweiten Punkt war die Bekämpfung der „Spinnstube“. Sie wurde zum Teil von der Polizei und zum Teil von der Kirche fast völlig ausgerottet.

An bestimmten Tagen in der Woche traf sich die Dorfjugend in einer „Spinnstube“. Die Mädchen sponnen Flachs und die Jungen spielten Karten oder unterhielten die fleißigen „Lieschens“. Zu etwas späterer Stunde amüsierte man sich gemeinsam an Gesellschaftsspielen und beim Tanz. Man war heiter und fröhlich. Oft kam es vor, daß die Jungen nach Beendigung dieses Treffens angetrunken durch das Dorf gingen, denn der selbstgebrannte Schnaps tat seine Wirkung. Meist griff dann die Polizei ein, die für ein solches Treiben kein Verständnis aufbrachte. Die Kirche verschrie die „Spinnstube“ als „Brutstätte des Lasters“.
Sohnrey, der diese Entwicklung auf dem Lande genauestens verfolgte, wehrte sich dagegen in Form von Vorträgen, Zeitungsartikeln oder in eigens für dieses Problem gegründeten Zeitschriften wie zum Beispiel „Das Land“. Eine im März 1896 von ihm gehaltene Ansprache im „Klub der Landwirte“, führte ihm noch weitere Anhänger zu. Das Thema lautete „Die Bedeutung der Landbevölkerung im Staate, und unsere besonderen Aufgaben auf dem Lande“. Eine besondere Beachtung fand Sohnrey bei dem Ministerialdirektor im Preußischen Landwirtschaftsministerium Exzellenz Dr. Thiel. Dieser hohe Beamte sah in ihm den Fähigsten, sich dem Arbeitsgebiet der ländlichen Wohlfahrtspflege zu widmen.
Im Oktober 1896 wurde mit finanzieller Hilfe des preußischen Landwirtschaftsministeriums ein „Ausschuß für Wohlfahrtspflege auf dem Lande“ gegründet. Sohnrey arbeitete immer mit Dr. Thiel zusammen, und sie wurden gute Freunde. „... das Band, das sich damals zwischen Thiel und uns geknüpft hatte, wurde so fest und unlöslich, daß erst der Tod es zerreißen konnte. Er war mit uns in Sorgen und in Nöten, ließ uns nie im Stich und freute sich mit uns der Erfolge, so bescheiden sie auch sein mochten. Seine Tür war für mich immer offen, ob ich ins Ministerium kam oder in seine Privatwohnung, ob am Morgen oder am Abend. Ich entsinne mich keines Falles, daß Thiel mir einmal gesagt hätte oder hätte sagen lassen: 'Ich habe keine Zeit.'“ *)


*) Heinrich Sohnrey: „Zwischen Dorn und Korn“, Deutsche Landbuchhandlung

1903 wurde aus der „Zentralstelle für Volkswohlfahrt“ der sogenannte „Deutsche Verein für ländliche Wohlfahrts- und Heimatpflege“ gegründet. Vorsitzender war Dr. Thiel und die geschäftliche Leitung übernahm Sohnrey. Schon 1909 gehörten diesem Verein 293 Landräte und in ähnlicher Stellung befindliche höhere Landwirte an.
Im Auftrage der Behörde unternahm Heinrich Sohnrey 1896 eine Reise durch Posen und Westpreußen. Daraufhin erschien 1897 seine „Wanderfahrt durch die deutschen Ansiedlungsgebiete in Posen und Westpreußen, mit Photographien, Bauplänen und Karten“.
Von Berlin aus lernte er auch Ostpreußen und Mecklenburg kennen und stellte fest, wie wenig die Ostgebiete kolonisiert waren. Die im Jahre 1898 gegründete „Deutsche Ansiedlungsgesellschaft“ bewirkte, daß nach eineinhalb Jahren 171 neue bäuerliche Stellen geschaffen wurden, hauptsächlich in Pommern. Nach zwei Jahren mußte diese Gesellschaft wieder aufgelöst werden, da das Stammkapital völlig erschöpft war. Sie erzielte aber in dieser kurzen Zeit einen ungeheuerlichen Erfolg.
1908 unternahm man einen zweiten Versuch, dieses Problem zu bewältigen. Dr. Thiel hatte einen Plan zur Begründung eines „Archivs für innere Kolonisation“ ausgearbeitet. Sohnrey wollte diesen mit den Einnahmen seines eigenen Verlages „Die Deutsche Landbuchhandlung“ finanziell unterstützen. Das erste Heft des „Archivs“ wurde 1908/09 veröffentlicht. Es fand großen Anklang unter der Bevölkerung, in der Stadt wie auch auf dem Lande.
Sohnrey beschäftigte sich noch bis zu seinem Lebensende mit der Landbevölkerung und ihren Problemen. Obwohl er viele Jahre in einer Großstadt gelebt hatte, war er im Innern immer noch ein „Dorfjunge“ geblieben.
Am 19. Juni 1929 feierte Heinrich Sohnrey seinen 70 Geburtstag, Für ihn war es ein Höhepunkt seines Lebens. Zu dieser Zeit hatte man ihn schon mit Ehrungen und Verleihungen überhäuft.
1907 erkannte ihm das Kultusministerium den Professorentitel zu. 1919 verlieh ihm die Universität Königsberg den „Dr. phil. honoris causa“ und die Universität Tübingen den „Dr. rer. pol. honoris causa“ 1934 ernannte ihn die Universität in Göttingen zum Ehrenbürger der Georg-August-Universität. Im selben Jahr wurde er zugleich auch Ehrenbürger des Dorfes Fredelsloh. Die Auszeichnungen waren alle ehrlich verdient.
Die „Deutsche Landbuchhandlung“ wurde ein Familienbetrieb, da sich in seinem Sohn Walter auch ein schriftstellerisches Talent zeigte.
Der Professor war zwar ein Sonntagskind, doch verlor er seine liebsten Menschen, während er vom eigenen Tode noch sehr entfernt blieb: 1908 verschied seine gliebte Mutter. Am 8. November 1914 fiel sein Sohn Friedrich (Fidus) als Unteroffizier bei Clanaecy in Frankreich. 1917 starb seine Frau, die ihm acht Kinder schenkte. 1937 ging sein Sohn Walter aus dem Leben. Seine Tochter Henny übernahm nach dem Tode der Mütter die Fürsorge des Vaters.
Wer konnte ahnen, daß die folgenden Jahre der Familie Sohnrey noch so viel Kummer und Sorgen bringen würden?
1922 kam Hitler an die Macht. Sohnrey verfluchte niemanden mehr als diesen Diktator und sein Regime. Hitler zerstörte das ganze, mühevoll aufgebaute Lebenswerk des Professors. „Für ihn existierten Sohnrey und seine ländliche Wunderwelt überhaupt nicht.“ Darré und Himmler wollten den nationalsozialistischen Grundsatz der „Gleichschaltung“ auch bei Sohnreys Werk durchsetzen, was ihnen zum großen Teil gelang. Die Gleichschaltung begann damit, daß der „Deutsche Verein für ländliche Wohlfahrtspflege“, der 37 Jahre bestand, beseitigt wurde. Weiter verbot man die seit vierzig Jahren erschienene Zeitschrift „Das Land“. Das „Archiv für Innere Koloniesation“ wurde Sohnrey abgenommen und in die NS-Zeitschrift „Neues Bauerntum“ umgewandelt, Nun ging man noch so weit, daß die Deutsche Landbuchhandlung“ vernichtet werden sollte. Mit allen ihren Kräften kämpften Sohnrey und sein Sohn Walter um ihren Verlag. Dank dieses Ringens behielten sie ihn in ihren Händen. Sein Sohn erkrankte darauf sehr schwer und starb wenig später. Bei dem Professor riß das alles schwere seelische Wunden.
Immer wieder wollte Himmler dem „Alten vom Solling“ den Gar ausmachen, doch dieser „Alte“ blieb in Berlin. Was hielt ihn denn hier noch? Waren es die Gräber seiner Familie oder fühlte es sich schon zu eng mit der Großstadt verbunden?
Das Bitterste und Härteste sollte noch folgen. Der Krieg war ausgebrochen. - Bei Angriffen auf Berlin wurde zweimal nacheinander, in zwei verschiedenen Häusern, die Landbuchhandlung ausgebombt, hiermit auch die Wohnung der Familie Sohnrey. Kein Möbelstück, kein Buch desd Verlages, auch keines seiner Werke konnte gerettet werden. Alles war verloren! - Seine bittere Erkenntnis lautete: „Arm geboren – viel erworben – viel verloren – arm gestorben!“
Als 85-Jähriger zog er mit seiner Familie nach Neuhaus in den Solling. Hier wohnte er erst einige Zeit in einer Pension, dann in einer sehr kleinen Wohnung. Am 28. Januar 1848 als 89-Jähriger entschlief er in dem Sollingdorf. Erst ein Jahr später erinnerte man sich wieder des großen Heimatsohnes und die Kreise Northeim und Hann. Münden wetteiferten, um ihm eine würdige Grabstätte zu schaffen.
In seiner Geburtsgemeinde Jühnde wurde Heinrich Sohnrey am Sonnabend, dem 30. Januar 1949, bei strahlendem Sonnenschein, beigesetzt.

 Kapelle in Neuhaus 

 Letzte Wohnung Sohnreys in Neuhaus
 
 Das Sterbezimmer Sohnreys

Die Werke Heinrich Sohnreys

In serinem langen Leben schuf Heinrich Sohnrey viele für uns unvergeßliche Werke. Es erschien in diesem halben Jahrhundert folgendes:

 

 

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